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17. September 2009
Dierbach stoppt Geothermie-Kraftwerk
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Auch die Dierbacher machen sich Sorgen

Aufgrund des neuerlichen Erdbebens in Landau, das dem Betrieb des Geothermie-Kraftwerks zugeschrieben wird, legt Dierbach die Pläne für ein eigenes Kraftwerk vorläufig auf Eis. Das hat der Gemeinderat beschlossen.
Eigentlich sollte in der Sitzung mit dem Aufstellungsbeschluss für den Bebauungsplan eines Geothermie-Kraftwerks der Startschuss für den Bau gegeben werden. „Die Ereignisse haben sich überschlagen. Bevor es keine befriedigende Antwort gibt, können wir das Thema nicht weiter verfolgen. Wenn die Risiken zu groß sind, verzichten wir", sagte Ortsbürgermeister Heinz Stadler.
Besorgte Bürger sorgten für einen proppenvollen Ratssaal, die Befürchtungen wurden in der eineinhalbstündigen Einwohnerfragestunde deutlich: Beben auch in Dierbach und damit Schäden an den Häusern, eine Wertminderung der Immobilien durch den Bau des Kraftwerks, das schnelle Geld für die „Goldgräber-Firma" und wenig Nutzen für Dierbach und mangelnde Bürgerbeteiligung an der Entscheidung - das waren die Kritikpunkte.
„Für mich ist es mittlerweile eine Bedrohung wie ein Atomkraftwerk", befand eine Bürgerin. Ein Einwohner schlug einen Bürgerentscheid vor. Er sei überzeugt, dass die meisten Dierbacher gegen das Vorhaben seien.
Ohne Bebauungsplan der Ortsgemeinde sei der Bau des Kraftwerks nicht möglich, hob Stadler hervor. Die Bohrgenehmigung werde allerdings durch das geologische Landesamt erteilt. „Wenn die Firma ein Grundstück findet, kann sie bohren, aber kein Kraftwerk bauen."
In der Beratung des Gemeinderates, die der Fragestunde vorausging, herrschte Einigkeit darüber, dass das Thema jetzt „anders" behandelt werden müsse. War in der Einwohnerversammlung im August noch der Lärmschutz zentrales Thema gewesen, seien es jetzt die seismischen Ereignisse, über die sich die Bürger große Sorgen machten. Stadler betonte, dass sich der Gemeinderat seit einem Jahr intensiv mit dem Thema befasse und er es bedauern würde, wenn Dierbach das Vorhaben einstellen müsste. „Es wird sich herausstellen, ob es ein spezielles Problem des Rheingrabens ist - in Bayern gibt es keine Probleme. Wir werden keine weiteren Schritte einleiten, bevor die Ergebnisse der Experten vorliegen", unterstrich der Bürgermeister.

Pressespiegel
Pläne für Geothermie-Kraftwerk gestoppt Rheinpfalz, 19. September 2009