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19. Januar 2010
Geothermie steckt in Kinderschuhen
| "Aber bitte woanders" |

Leserbrief zu Kraftwerk in Steinweiler

In einem Leserbrief anwortet ein Bürger aus Steinweiler auf den Rheinpfalz-Kommentar „Aber bitte woanders!" vom 16. Januar 2010.:
(...) Gerade weil wir Steinweilerer Verantwortung gegenüber unseren Kindern und Enkeln haben, sind wir gegen den Bau dieser geothermischen Anlage. Lebensqualität ist durch nichts zu ersetzen.
Mal abgesehen von der Gefahr eines Erdbebens, ist das Ausgesetztsein von Dauerlärm - wissenschaftlich belegt - gesundheitsschädigend. Wie hat es Evonik so schön ausgedrückt: „Es wird nur ein permanentes starkes Blätterrauschen sein" und „selbstverständlich werden wir alle gesetzlichen Vorgaben einhalten'. Was dies im Alltag bedeutet, können sie jeden, der die Nachbarschaft einer Wärmepumpe ertragen muss, fragen.
Geothermie (...) steckt noch in den Kinderschuhen. Nicht nur in Landau, sondern auch in Soultz-Sous-Forêts/Elsass gab es dadurch Erdbeben, und Basel spricht wohl für sich. Es gibt andere Möglichkeiten, Energie regenerativ zu erzeugen. Einige davon werden schon in Steinweiler angewandt: Biogas, Erdwärme, Solarthermie, Fotovoltaik.
Auch wird die Liberalisierung des Strommarktes dazu genutzt, um „grünen" Strom einzukaufen und damit den Ausbau alternativer Energien zu unterstützen. Es ist also nicht so, dass uns Steinweilerern die Verantwortung nicht bewusst ist und wir bisher untätig waren.
Man muss jedoch nicht jedem Rattenfänger hinterherlaufen. Evonik hat uns nichts außer Risiken geboten, im Gegenteil, man hat den Eindruck gewinnen können, dass wir dankbar sein müssen, dass Evonik uns ein Geothermiekraftwerk „schenken" will. Selbstverständlich ganz ohne Eigennutz. Aber wir leben nicht mehr in der Antike, wir fallen nicht auf jedes hölzerne Pferd herein!
Tino Treu, Steinweiler

Pressespiegel
Geothermie steckt in Kinderschuhen Die Rheinpfalz, 19. Januar 2010