
Leserbrief in der Rheinpfalz
"Ein weiterer Leserbrief geht auf den Kommentar ""Aber bitte woanders"" ein: (...) Ich glaube nicht, dass Steinweilerer Bürger grundsätzlich nach dem Floriansprinzip denken und handeln. Die Stimmung in der von der Firma Evonik gestalteten Bürgerversammlung war getragen von der Sorge der Bürger um die Unversehrtheit ihres Eigentums. Und diese Sorge konnte ihnen von den anwesenden Vertretern der möglichen Betreiberfirma sowie freiberuflichen Sachverständigen und den Vertretern des Bergamtes nicht genommen werden. Es ist schon eine Zumutung, von den Bürgern Zustimmung zu einem zweifelsohne risikobehafteten Vorhaben zu verlangen, wenn ihre Besorgnis ausdrückenden Fragen ausweichend, abschwächend und verniedlichend beantwortet werden. Das war von den Firmenvertretern und Sachverständigen unseriös. Ich bin ziemlich sicher, dass auch in Steinweiler ein Geothermieprojekt laufen könnte, wenn klar ist, dass im Schadensfall der Bürger David nicht gegen den Riesen Evonik oder einen Finanzinvestor antreten muss. Da helfen auch keine hohen Versicherungssummen. Allein das Vertrauen der Bevölkerung in rasche, unbürokratische Schadensregulierung wird der Schlüssel zum Erfolg sein.
(...) Auf Nachfragen von Bürgern nach den Vorteilen für Steinweiler (...) wurde vom Podium nur wenig Substanz geboten; das Inhaltsreichste war noch der vermeintliche „Imagegewinn"", den Evonik hier herausstellte. Mit zwei Arbeitsplätzen, die geschaffen werden sollen, war sicherlich kein Staat zu machen. Und die ausweichende Antwort auf mögliche Gewerbesteuereinnahmen war entlarvend. Innerhalb eines Konzernverbunds weiß man eben, wie man Gewinne verlagert. Und letztlich soll das Ganze innerhalb einer Projektgesellschaft realisiert werden, offensichtlich auch ohne den Haftungskreis des Konzerns zu tangieren. Auch das wiederum ziemlich unseriös, wenn man auf der anderen Seite mit dem Renommee des Evonik-Konzerns buhlt. Klar ist, dass ein erfolgreiches Geothermieprojekt sehr hohe Liquiditätsüberschüsse für den Betreiber generiert, nicht zuletzt aufgrund der garantierten Subventionen, die vom Verbraucher über den Strompreis finanziert werden müssen. Höchste Erträge privatisiert auf der einen Seite und Risiken einseitig verlagert auf die Bürger, da muss man sich höflich bedanken und die Karawane bitten, schnellstens weiterzuziehen. Hans Fischer, Steinweiler "
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