2. Januar 2010
Laudatio auf Rodermann
Ortsvorsteher Syring-Lingenfelder hält Lobrede auf den Dudweiler Bezirksbürgermeister

Der Dudweiler Bezirksbürgermeister wurde neuer Ehrenrat beim DCC. Ortsvorsteher Gerhard Syring-Lingenfelder - ebenfalls DCC-Ehrenrat - hielt die Laudatio: 
An diesem Samstag, dem zweiten Tag im Jahr 2010 habe ich gleich zwei Anlässe zur Freude: 
Erstens: Der DCC erhält einen weiteren Ehrenrat und zweitens ich darf hier sprechen. Endlich einmal auf dieser Bühne zu stehen und zu reden, ja davon habe ich immer schon geträumt. Und jetzt ist es gleich eine Laudatio – welch große Ehre für mich. 
Dabei wusste ich erst gar nicht was das ist – so eine Laudatio. Ich habs aber dann herausgefunden: Sie ist eine Lobrede, das Preisen eines Menschen, der den Vorzug des Reichtums oder der Macht besitzt, quasi ein Nachruf bei Lebzeiten, wie Carl Zuckmayer einst sarkastisch meinte. Und die Laudatio erklärt dem Preisträger sein Leben. So gesehen, ist sie für den zu Ehrenden ja nichts Neues, denn alles was man Gutes über ihn sagt - das weiß er ja schon längst. 
Bei seiner Geburt hat es unser zu Ehrender vorgezogen, als kleines Kind im kleinen Bildstock – allein dieser Name fasziniert mich -das Licht der Welt zu erblicken. So konnte er lange unerkannt und unbeschwert aufwachsen. Als Berufswunsch gab er schon früh an, er wolle Förster, Metzger oder Papst werden. Aber schon als Jugendlicher hat er gemerkt, dass ihm junge Frauen besser gefallen als alte Männer, deshalb hat er die Sache mit dem Pontifex Maximus dann auch schnell zur Seite gelegt. 
Aber Beamter – das sollte es bitteschön doch schon sein – und so landete er irgendwann in seinem bewegten Berufsleben bei der Verwaltung der Landeshauptstadt Saarbrücken und ist nun seit bald vier Jahren mit Leib und Seele Chef im Dudweiler Rathaus. Und jetzt weiß es hoffentlich auch der Letzte, dass ich schon die ganze Zeit von Walter Rodermann spreche - ihrem Bezirksbürgermeister. 
Walter hat einen feinen Humor, nicht derb, schon gar nicht flach. Er ist ein Meister der versteckten Pointen, man muss schon ganz genau hinhören, um sie zu entdecken, um sie zu er-hören. Er beherrscht das Spiel mit den Worten, kann schlagfertig und selbstsicher kontern. Ja, er ist würdig, in diesen erlauchten Kreis der Dudweiler Karnevalisten aufgenommen zu werden. 
Wie jeder gute Karnevalist kann er auch Feste feiern und feste arbeiten oder wie Walter sagen würde: 
Erschd mol gudd gess, geschaffd hann mir dann schnell - wenn's dann überhaupt noch sinn muss. 
Und Feste feiern, das macht der Familienmensch Walter sehr gerne, indem er seine Freunde um sich schart, die ihn als kreativen Kopf am Herd nur allzu gut kennen. Es ist überliefert, dass er bereits im zarten Alter von sieben Jahren seinen ersten Marmorkuchen gebacken hat und seine Eltern sehr froh darüber waren – (Pause) 
Sehr froh darüber waren, dass er dabei nicht das Haus abgefackelt hat. 
Apropos brennen. Ich sag nur Walters Halali. Ausgegeben beim Parkfest 2008 in so kleinen Gläsern. Mann war der gut. 
Man sieht - Kochen, Backen, Räuchern, das Ansetzen von Likör und das Brennen von Schnaps das sind so ein paar Freizeitaktivitäten - Walter Rodermann ist ein Saarländer „par excellence". 
Und wie jeder gute Saarlänner ist er auch gerne in der Pfalz, besonders bei uns, in Duttweiler. Nicht nur weil ihm der Wein so gut schmeckt, die Landschaft so schön, die Menschen so angenehm, das Klima so einzigartig ist, sondern hauptsächlich, weil es da einfach schön ist. 
Und im letzten Jahr hat er bewiesen, dass er auch mit einer Traubenschere gut umgehen kann und seine Mitstreiter mussten gewaltig auf ihre Finger aufpassen, als Walter durch den Weinberg fegte und die Kübel schneller füllte als man sie wegtragen konnte. Es war einfach eine Freude ihm zuzusehen. 
Es gibt aber auch eine andere Seite bei dem Menschen Walter Rodermann: 
Die Natur, die Jagd, die Freuden des Waidmannes im Unterholz und auf dem Hochsitz. Er liebt das Fischbachtal mit seinen Wäldern, Wiesen, mit seinen Bächen und Weihern. Die Hege, und die Erhaltung eines artenreichen und gesunden Wildbestandes stehen für ihn im Vordergrund. Er bezeichnet sich gerne als einen aktiven Naturschützer. Für sein Eintreten für den Naturschutz, insbesondere auch für den Schutz der Fledermäuse ist er mehrfach ausgezeichnet worden. 
Es gibt Sachen, die er nicht so mag. Jetzt kommen wir zum Punkt „feste arbeiten“ 
Wenn auf jemanden verbal draufgekloppt wird und die Fairness keine Rolle mehr spielt. Dafür ist er nicht zu haben, er legt mehr Wert auf den Ausgleich. Seine Stärke ist seine innere Ruhe und Ausgeglichenheit. Menschlichkeit, Friedfertigkeit und Harmoniestreben sind ursächlich mit seiner positiven Lebenseinstellung verbunden. 
So sieht er sich auch gegenüber seinen 160 Mitarbeitern eher als Team-Leiter denn als Vorgesetzter. Wie aus seinen Mitarbeiterkreisen zu erfahren war, ist Walter Rodermann ein äußerst umgänglicher Chef. 
leitet einen Stadtbezirk mit immerhin mehr als 30.000 Einwohnern - in Baden-Württemberg wäre er da Oberbürgermeister und Dudweiler eine große Kreisstadt – aber nach dem Willen soll das ja alles sogar ganz abgeschafft werden. 
Und deshalb mag er noch etwas nicht, nämlich die immer wieder kehrende Diskussion um den Sonderstatus von Dudweiler. Die Bürger fühlen sich immer weniger wahrgenommen von „denen da droben“, so etwas kann ein Mensch vom Schlage Walter Rodermanns nicht verstehen und auch nicht, dass er immer mehr Energie reinstecken muss, damit es so wird, wie er es gerne hätte. Und deshalb gehört es zu seiner Maxime, die Ohren nah an den Bürgern haben, sie mit einzubinden. 
Und so entstehen auch seine Pläne, wie beispielsweise die Weiterführung der Saarbahn nach Dudweiler. Sicher - eine Vision, aber Walters Credo lautet ganz einfach „Nur wer Visionen hat, ist ein Realist." 
Ein Realist mit Humor, denn Menschen ohne Humor und ohne Witz merken irgendwann selbst, dass sie sich das Leben schwer gemacht haben. Es ist gut zu wissen, dass er nicht so ist, denn humorvoll zu sein heißt auch, sich dabei selbst dauernd in Frage zu stellen zu können. 
Vor kurzem hatte er einen runden Geburtstag, da hatte auch seine Chefin aus Saarbrücken eine Rede gehalten. Ich hab sehr genau aufgepasst (Pause) 
Also ich hab sehr genau aufgepasst, dass mir die Rede übermittelt wurde, die schloss mit den Worten 
… und ich fordere Sie auf, der zu bleiben, der Sie sind: ein liebenswerter Saarländer und ein Bürgermeister zum Anfassen für die Bürgerinnen und Bürger des Stadtbezirks Dudweiler – und das noch möglichst lange. 

Diesen Wunsch der Oberbürgermeisterin übernehme ich nur zu gerne. 
Lieber Walter, weil Du bist, wie Du bist - menschlich, angenehm im Umgang, sehr gesellig und mit reichlich Humor gesegnet wirst Du jetzt in den Ehrenrat des DCC aufgenommen.