Heute fanden in der französischen Besatzungszone die ersten Kommunalwahlen nach dem Zweiten Weltkrieg. Statt. Auch in Duttweiler konnten die Menschen erstmals nach der Zeit der nationalsozialistischen Diktatur wieder zu einer demokratischen Wahl antreten. Die letzte freie Wahl, die Reichstagswahl im November 1932, lag rund 14 Jahre zurück.
Die Bildung von Parteien gestattete das französische Oberkommando in Baden-Baden im Dezember, den Wahltag 15. September legte das französische Außenministerium im Mai 1946 fest. Allerdings zeigte die Bevölkerung zunächst eher mäßiges Interesse an den Aktivitäten der Parteien.
Aber Lokalzeitungen wie die Rheinpfalz , appellierten an die Pfälzer, zur Wahl zu gehen: In ihrem Aufruf schreibt die Zeitung: "Zurück zur Demokratie? Die Parole sollte besser lauten: Vorwärts zur Demokratie! Denn blicken wir zurück, haben wir nicht viel Grund, auf das, was man bisher in Deutschland mit der Demokratie anzufangen gewusst hat, besonders stolz zu sein. [...] Die Demokratie wird von unten her aufgebaut werden. Ja, man wird sie uns nur gestatten, wenn wir uns als fähig erwiesen haben, ehe wir aufs Neue von falschen Größen träumen, erst einmal unsere kleinste politische Einheit, die eigene Gemeinde ordentlich und zu jedermanns Wohle zu verwalten. Dann den Kreis, dann das Land mit der Hauptstadt Mainz. [...]. Das bisschen Politik, das wir noch machen können, ist nicht aus Träumen aufzubauen, sondern nur aus dem Begreifen der Realität. Das ist die eigentliche Bedeutung der Wahlen von morgen. Sie müssen zum ersten Bekenntnis dafür werden, dass wir verstanden haben, um was es geht, zur ersten ,schönen Geste’ unseres neuen Sinnes. Deshalb muss morgen jeder wählen.“
Aus den vorliegenden Unterlagen gehen die Ergebnisse der Wahl nicht eindeutig hervor. Vermutlich handelt sich um die Wahlen zum Gemeinderat und das Ergebnis aus dem Landkreis.
Gemeinderat:
| CDU | 246 (264*) Stimmen (72%) | |
| SPD | 98 Stimmen (28%) |
* lt. Rheinpfalz vom 17. September 1946 waren es 264 Stimmen. Die Rheinpfalz vom 15. September 2004 berichtet von 246 Stimmen
In den Gemeinderat gewählt wurden:
Johann Breitling, Karl Fischer, Otto Hauck, Hermann Huber, Jakob Croneis, Richard Lichti, Hermann Rapp, Franz Spieß, Simon Winkelmann, Theodor Wolf und Karl Schmitt
Aus diesem Gremium wurde später Johann Breitling zum Bürgermeister gewählt
Wahlergebnis Landkreis
| CDU | 204 Stimmen | |
| SPD | 79 Stimmen) | |
| KPD | 11 Stimmen | |
| SV (Sozialistischen Volksbund) | 37 Stimmen | |
| LDP (Liberal-Demokratische Partei) | 1 Stimme |
SV: Sozialistischen Volksbund (Vorgänger der FDP)
LDP: Liberal-Demokratische Partei